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(c) 09.09.2010
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Kommentar
Unbenanntes Dokument
Landkreislauf 1984 und heute
Als der Landkreislauf 1984 erstmals über die Bühne ging, war alles noch so einfach. Wer gut genug schien, wurde in die Mannschaft aufgenommen. Alle Mitglieder eines Vereins waren gleichberechtigt; so konnten die Vereine, die sportliche Entwicklungsarbeit leisteten, auch die Früchte ihrer Arbeit ernten. Um Missbrauch auszuschließen, wurden später begründete und verständliche Paß-Regularien festgelegt. Inzwischen sind weitere Bestimmungen in Kraft, die den Organisatoren das Leben jedoch erheblich erschweren und die Gleichberechtigung der Vereinsmitglieder beim Landkreislauf spürbar einschränkt. Für den weitaus größten Teil der Mannschaftsführer und Organisatoren sind die drei Wochen vor dem Landkreislauf purer Streß. Fast jährlich werfen etliche der Team-Chefs das Handtuch und Neueinsteiger erkennen nach kurzer Zeit die Schwierigkeiten des organisatorischen Aufwandes einer 28 Personen umfassenden Mannschaft.
Der Blick in die Ergebnislisten offenbart, dass Vereine, die früher 3 - 4 Mannschaften stellten, heute mit Mühe 1 -2 Mannschaften aufbieten oder sich z. T. auch völlig zurückgezogen haben. Erschwerend wirkt sich die im Jugend- und Schüler-Bereich allgemein nachlassende Bereitschaft bzgl. sportlicher Aktivität aus. Realitätsnahen Umfragen zu Folge lehnt der größte Teil der Jugendlichen und Schüler/innen Rad fahren, Laufen und Schwimmen ab, sodaß der nach 20-25- jähriger Aktivität altersbedingte Ausfall der bewährten Leute nur unzureichend ausgeglichen werden kann.
Viele Gruppen und Vereine schaffen es, für 2 - 3 Jahre eine Mannschaft auf die Beine zu stellen, ehe dann die Athleten-Müdigkeit und der verbundene Ärger zum Rückzug zwingen. Selbst Großvereine oder gut frequentierte Lauftreffs leiden unter dieser Entwicklung. Der größte Teil der neuen Läufergeneration ist zudem auch nicht bereit sich einem, wenn auch noch so sanften Vergleich zu stellen, eine Entwicklung, die den steten Rückgang der deutschen Leichtathletik im absoluten wie auch im relativen Vergleich untermauert.
L. Schroll
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